Winterlager Burgruine Steckelsberg
ganz kalter Winter 1998
Am 21.11.1998 machte sich eine Gruppe von 11 Pfadfindern unseres Stammes, bestehend aus Teilen der Sippen "Cobra" und "Seeadler", sowie aus 3 Mitgliedern der Stammesführung auf den Weg zur Burg Steckelsberg bei Schlüchtern. Geplant war ein zwei Tages Haijk mit übernachtung auf besagter Burg. Da die Tour schon etliche Wochen im Voraus geplant wurde, konnte niemand ahnen, daß diese zwei Tage zu den kältesten des Jahres gehören würden.
So beobachteten wir mit Sorge, daß, je näher der Termin rückte, das Thermometer immer tiefer sank, so daß wir uns zeitweise ernsthaft überlegten, ob der Haijk unter diesen Bedingungen überhaupt durchführbar sei. Aber schließlich wächst ein Pfadfinder an seinen Herausforderungen, und außerdem gibt es kein schlechtes Wetter, nur die falsche Ausrüstung.
So ging es mit der Bahn am Morgen des 21.11. von Hanau nach Schlüchtern. Von dort wanderten wir ca. 15 Kilometer zur Burg Steckelsberg. Unterwegs trafen wir ein älteres Ehepaar, die uns fragten, in welcher Jugendherberge wir übernachten wollten. Als wir ihnen erzählten, daß wir zu Burg Steckelsberg wandern wollten, um dort zu übernachten, schauten sie uns an als wollten sie sagen: "Mein Gott, die haben ja nicht alle Tassen im Schrank, das ist doch viel zu kalt." Natürlich ließen wir uns davon nicht entmutigen.
Am späten Nachmittag kamen wir bei der Burg an, die sich als relativ gemütliche Unterkunft herausstellte. Wir hatten ein Dach über dem Kopf und sogar einen Kamin. Die erste Maßnahme bestand darin, die Maueröffnungen mit Kothenplanen zu verhängen. Danach wurde Feuerholz gesammelt. Wir beschlossen, daß das Feuer die ganze Nacht brennen zu lassen, so daß jeweils 2 Leute als Feuerwachen eingeteilt wurden, die nach zwei Stunden abgelöst wurden. Durch diese Maßnahmen gelang es uns, die Temperatur im Innern der Ruine um geschätzte 2 Grad (!!!) zu erhöhen. Trotzdem war es, auf gut deutsch gesagt, arschkalt. Später erfuhren wir, daß in dieser Nacht ca. -14 Grad herrschten.
Trotz dieser Widrigkeiten wurde die Nacht gut überstanden und der heiße Tee am nächsten Morgen schmeckte um so besser. Da das beste Mittel gegen die Kälte Bewegung ist, machten wir uns relativ schnell auf den Rückweg nach Schlüchtern, von wo es mit dem Zug wieder zurück nach Hanau ging.
Fazit dieses Haijk: Es war zwar saukalt und einige haben wohl nachts ganz schön gezittert, aber in der Rückschau sind das die Erlebnisse, die im Gedächtnis bleiben und an die man sich später gerne wieder erinnert.
