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Olympisches Pfingstlager

09.-12.06.2000 in Homburg/Saar

Pfingstsamstag morgen, die Sonne brennt: Alle Pfadfinderinnen und Pfadfinder des Wetterau-Bezirks haben sich auf der grossen Wiese des Zeltplatzes in Homburg/Saar versammelt. Da kommt auch schon der Läufer mit dem Olympischen Feuer angelaufen und entzündet die Feuerschale - die Spiele können beginnen.
In ihren Sippen machen sich die "Kleinen" auf den Weg von Spiel zu Spiel. Hier gilt es, einen Luftballon an einem Baum zu holen, zurückzulaufen, ihn beim Laufen aufzublasen und dann mit lautem Knall dem nächsten zu übergeben. Da gibt es Denksportaufgaben zu lösen, die Jens und Christian als Stationsleiter so anstrengen, dass sie sich die ganze Zeit über lieber mit der Lektüre hochwissenschaftlicher Zeitungen hingeben müssen: Wie war das jetzt mit den Wächtern an Himmel und Hölle? Welchen Weg - und wohin? Egal. Auch Kulinarisches kam nicht zu kurz, denn an einer anderen Station musste auf Zeit ein Feuer entzündet werden und ein Spiegelei gebraten werden. Am Abend findet die grosse Siegerehrung statt: Gewonnen haben - die "Luchse" vom Roten Milan. Als Preis gab es einen grossen Topf voll mit Süssigkeiten - die Mars-, Snickers- und Bountypapiere flogen dann in bunten Wolken über unseren Lagergrund. Nach der Siegerehrung passierte es: Maskierte Männer stürmen herbei und rauben mit einem VW-Bus das Olympische Feuer!

Pfingstsonntag morgen, der Regen fällt: Noch eine halbe Stunde bis wir aufstehen und das Frühstück richten müssen. Leises Prasseln auf der Kohentplane weckt uns, wird stärker und wieder leiser, wird wieder stärker - mittlerweile ist eigentlich Spielbeginn - und wir entscheiden, doch endlich aus den Schlafsäcken zu kriechen.
Frühstück gibt es in der Jurte, während der Regen mehr und mehr wird, die Gewitter über uns kreisen und ein Blitz den nächsten jagt, während der Donner den Lagerplatz erbeben lässt. Irgendwann fangen wir verzweifelt an, Gräben um unsere Kohten zu ziehen, um wenigstens etwas Wasser von unseren Sachen fernzuhalten. Leider zu spät. Die "Cobras" haben ihre Gräben so angelegt, dass wir leider keine Chance haben, das Wasser von unserer Kohte ganz fernzuhalten. Schwimmende Isomatten, Schlafsäcken und Klamotten als Schwamm liegen in der Kohte. Mittags hört der Regen auf - fast 5 Stunden lang hatte es ununterbrochen geschüttet - und die Sippen und die Meute machen sich auf die Suche nach dem Olympischen Feuer. Jens und ich fahren mit dem Auto an unsere weit entfernten Stationen und warten. Zur Verkürzung der Wartezeit habe ich mir eine "Süddeutsche" und die "Zeit" gekauft und warte darauf, Sippen damit quälen zu dürfen, dass sie bei mir eine "Ode über die Suche nach dem Olympischen Feuer" schreiben sollen....Um es kurz zu machen: Das Olympische Feuer wurde gefunden und anschließend wurde ein großer Bezirksabend gefeiert: Der (Kinder-)Tschai floss in Strömen, es wurde gesungen und zu fortgeschrittener Stunde fand die Verbrüderung der Stämme, begossen mit einem Gebräu aus Hopfen, Wasser und Malz in der grossen Hanauer Jurte statt. Dazu wurden Friedenspfeifen und -zigarren geraucht und die Grenzen zwischen den Stämmen verschwammen....

Pfingstmontag morgen, mein Kopf brummt: Irgendwie müssen das Nachwirkungen des Hanauer Tschais sein. Jedenfalls fiel mir die Teilnahme am Abbauen sehr schwer und mein Ruhebedürfnis war übermächtig. Irgendwann finde ich mich auf einer Wiese in der Sonne liegend wieder, dann sitze ich im Schatten am Auto und döse vor mich hin. Als ich mich wieder einigermaßen als Mensch fühle, packen wir unsere Kleinen in die Busse und düsen mit dem Auto zurück.